Betreiber des ,,Mach1" droht Bußgeld
UPDATE: Verfahren nach Party mit Corona-Infiziertem eingeleitet

UPDATE: 28. August
NÜRNBERG/FÜRTH (dpa/lby) - Nach der Party mit einem Corona-Infiziertem in einem Nürnberger Nachtclub hat das Ordnungsamt ein Verfahren gegen den Betreiber eingeleitet. Nach Angaben der Stadt Nürnberg vom Donnerstag wird ihm vorgeworfen, dass er seinen Club möglicherweise «unter dem Deckmantel einer geschlossenen Gesellschaft» für weitere Gäste öffnete.

«Im vorliegenden Fall geht das Ordnungsamt davon aus, dass es sich nicht nur um eine private Feier gehandelt hat», sagte ein Sprecher der Stadt. Damit verstieß der Betreiber gegen die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Ihm droht nun ein Bußgeld in Höhe von 5.000 Euro. Bereits zuvor hatten stichprobenartige Anrufe bei Teilnehmern ergeben, dass nicht alle Gäste in dem Nachtclub zu einer privaten Geburtstagsfeier gehörten.

Bislang habe sich unter den ermittelten Gästen niemand mit dem Coronavirus infiziert. «Alle Tests in Nürnberg und im Landkreis waren negativ», sagte der Sprecher der Stadt. Nach Angaben des Landratsamts Fürth gilt das Gleiche die Stadt und den Landkreis Fürth. Jedoch konnten noch nicht alle Personen ermittelt werden.
Die Feier vom 15. auf den 16. August hatte ein Gast besucht, der positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden war und der eigentlich unter Quarantäne stand.

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NÜRNBERG/FÜRTH (dpa/lby) - Die Party mit einem Corona-Infizierten in einem Nürnberger Nachtclub ist möglicherweise nicht privat gewesen. «Stichproben-Anrufe bei Teilnehmern haben ergeben, dass es wohl keine geschlossene Gesellschaft gewesen ist», sagte der Sprecher der Stadt Nürnberg, Andreas Franke. Doch das ist eine Voraussetzung für Privatfeiern in Clubs oder Diskotheken.

Im Club «Mach 1» hatte vom 15. auf den 16. August ein Gast mitgefeiert, der sich im Urlaub mit dem Coronavirus infiziert hatte und unter Quarantäne stand. Seitdem versuchen die Behörden, die mehr als 80 übrigen Gäste ausfindig zu machen. Weil die Teilnehmerlisten zum Teil unleserlich, fehlerhaft oder unvollständig waren, gestaltet sich das schwierig.

Deshalb hatte das Landratsamt Fürth über die Medien einen Aufruf gestartet, dass sich alle Kontaktpersonen testen lassen und vorerst isoliert zu Hause bleiben sollen. Dieses ist zuständig, weil der Infizierte aus Fürth kommt. Zwölf Gäste hätten sich daraufhin gemeldet, sagte Sprecher Christian Ell. Neun habe man bisher nicht kontaktieren können. Den Corona-Infizierten erwartet nach Angaben des Fürther Ordnungsamtes nun ein Bußgeld in Höhe von bis zu 10.000 Euro.

«Illegale Corona-Feiern wie aktuell in Nürnberg sind unverantwortlich und in höchstem Maße rücksichtslos», sagte der zuständige Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) in München. «Wo Appelle an die Vernunft nicht wirken, wird der Rechtsstaat hart durchgreifen.» Bereits am vergangenen Wochenende hatten die Behörden in Nürnberg nach Angaben der Stadt eine als privat deklarierte Feier aufgelöst, weil die Auflagen nicht erfüllt waren. Polizei und Ordnungsamt wollen die Club-Szene deshalb an den nächsten Wochenenden verstärkt kontrollieren.

Im oberpfälzischen Bodenwöhr, wo es Mitte August ebenfalls eine Party mit einem corona-infizierten Reiserückkehrer gegeben hatte, sollen alle Kontaktpersonen ein zweites Mal getestet werden. Diese befinden sich zurzeit in Quarantäne. Bei der ersten Testreihe waren alle 114 Betroffenen negativ auf Sars-CoV-2 getestet worden. Gewissheit sollen nun die neuen Abstriche am Mittwoch bringen.

UPDATE: Neun Gäste fehlen noch ++ Wer war am 15. August im mach1?
Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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