Ansturm auf die bayerischen Alpen
Mehr Unfälle und mehr Tote!

Lawinenübung des Alpinen Einsatzzuges der Polizei und Bergwacht in Oberaudorf.
Archivfoto: Matthias Balk/dpa
  • Lawinenübung des Alpinen Einsatzzuges der Polizei und Bergwacht in Oberaudorf.
    Archivfoto: Matthias Balk/dpa
  • hochgeladen von Uwe Müller

MÜNCHEN (dpa/mue) - Volle Parkplätze, Stop-and-go auf den Straßen, Müll und andere Hinterlassenschaften in Wiesen und Wäldern: Der Ansturm auf die bayerischen Alpen hat in der Pandemie neue Rekorde erreicht. Das bekommen auch die Rettungskräfte zu spüren.


Die Zahl der Unfälle stieg 2021 nach Daten der Bergwacht Bayern auf einen Höchststand: Im Sommer mussten die Bergretter 3.650 Mal ausrücken, rund 250 mehr als im Vorjahr und 800 mehr als noch 2017 (knapp 2.840 Einsätze).
 
«Die Vielzahl der Menschen im Gebirge ist wohl der wesentliche Grund für die Steigerung der Einsätze», so Bergwachtsprecher Roland Ampenberger. 
Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV) spricht von einem «sehr großen Druck» auf die bayerischen Alpen: «Die Leute fahren nicht weit weg, sie bleiben lieber daheim.» Teils seien Grenzen geschlossen gewesen, teils habe es Reisebeschränkungen oder komplizierte Regelungen gegeben – so kumulierten sich offenbar nicht nur Ausflügler und Wohnmobile in Oberbayern, sondern auch Unfälle.


Obwohl Bergsport im Trend liegt und deshalb die Unfälle seit Jahren stetig zunehmen, zeigte der Blick nach Österreich und Tirol im Sommer leicht gesunkene Zahlen. Von Anfang Mai bis Anfang Oktober seien in Österreichs Bergen gut 3.860 Menschen in Unfälle verwickelt gewesen, 200 weniger als im Vorjahr, schreibt das österreichische Kuratorium für alpine Sicherheit. Das könne unterschiedliche Gründe haben, etwa auch das Wetter.
 Doch die Zahl der Bergtoten ist markant: Während sie in Österreich und Tirol im Gesamtjahr 2021 sank, stieg sie in Oberbayern rapide. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd zählte von Berchtesgaden bis zur Zugspitze 50 Todesfälle – im Vorjahr waren es 34.
 Der Berchtesgadener Polizeibergführer Jörg Fegg kennt den Ansturm auf seine Heimat seit Jahren, doch 2021 hat selbst ihn überrascht. «Mit der Aufhebung des Lockdown hat es mit den Skitouren angefangen. Wir sind überrannt worden in dem kleinen Talkessel, weil man nicht nach Österreich durfte. Das hat sich im Sommer fortgesetzt.» 
Allein in den Berchtesgadener Bergen gab es 18 tödliche Unfälle, sonst seien es zehn oder zwölf, so Fegg. «18 Tote nur bei uns – für uns war es ein Wahnsinn.»

Autor:

Uwe Müller aus Nürnberg

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