900 Corona-Positive kennen Testergebnis noch nicht
Zahl der Menschen an den Teststationen wurde unterschätzt

Melanie Huml (CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege in Bayern.
  • Melanie Huml (CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege in Bayern.
  • Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild
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MÜNCHEN (dpa/lby/nf) - Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml und der Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) Prof. Dr. Andreas Zapf informierten im Rahmen einer Pressekonferenz über aktuelle Entwicklungen an den bayerischen Corona-Teststationen für Reiserückkehrer.

Dabei haben die Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern deutlich dramatischere Ausmaße als bisher bekannt: 44.000 Reiserückkehrer warten nach Tests in Bayern noch auf das Ergebnis, darunter auch 900 nachweislich positiv getestete. Die Infizierten sollten bis Donnerstagmittag ihr Ergebnis bekommen, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in München. Der Zeitverzug ärgere sie «massiv», sie bedauere das sehr. Es gebe eine «Übermittlungsproblematik», «da gibt es nichts schönzureden».

An den Autobahn-Raststationen und an Bahnhöfen seien bisher rund 60.000 Menschen aus ganz Deutschland getestet worden. Angaben, wie lange die Menschen bereits warten, konnte Huml nicht machen. Die Probleme habe es nicht an Flughäfen gegeben, wo zudem rund 25.000 Menschen getestet worden seien.

Der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, sprach von einer «Panne». Diese sei auf Probleme bei der Eingabe per Hand von Daten zurückzuführen. Manche Formulare von Getesteten seien unvollständig oder schwer leserlich ausgefüllt, zudem müssen sie mit den Codes von Abstrichen abgeglichen werden.

Ein weiteres Problem: «Wir haben alle zusammen sicherlich den Fehler gemacht, dass die Zahl der Tests unterschätzt wurde», sagte er. Die Zahl der Tests sei massiv gestiegen, das habe zu dieser Problematik geführt. Huml betonte, dass Rückkehrer aus Risikogebieten, die noch auf ihr Ergebnis warten, in Quarantäne bleiben müssen. Man habe keine Erkenntnisse, dass Ergebnisse verloren gegangen seien.

In Bayern können sich alle Reisenden seit dem 25. Juli bei der Ankunft an den Flughäfen München und Nürnberg freiwillig testen lassen, seit dem 30. Juli auch an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sowie an den Autobahnraststätten Hochfelln-Nord (A8), Inntal-Ost (A93) und Donautal-Ost (A3). Anfang August wurde zudem ein Testzentrum am Flughafen Memmingen eingerichtet. Für Urlauber aus Risikogebieten greift seit Samstag bundesweit eine Testpflicht.

Zunächst hatten sich Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz um die Testzentren gekümmert. Diese Woche übernehmen Schritt für Schritt private Betreiber den Betrieb. Dann soll die Umsetzung überall digitalisiert werden.

Wie viele der 900 positiv Getesteten aus Bayern und wie viele aus dem übrigen Bundesgebiet kommen, konnten Huml und Zapf nicht sagen. Huml verwies lediglich auf eine Stichprobe aus den vergangenen Wochen - da waren 40 Prozent der Tests von Menschen aus Bayern, die anderen 60 Prozent kamen aus dem übrigen Bundesgebiet. Die meisten Infizierten seien an der A3 bei Passau festgestellt worden, sagte Zapf. Genaue Zahlen nannte er nicht.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der dem Vernehmen nach schon öfter unzufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement des Gesundheitsministeriums war, hatte nach einer Kabinettsschalte am Montag bereits verlangt, die Mängel schnell zu beheben. Und da waren die Ausmaße und die nun verkündeten Zahlen noch gar nicht bekannt.

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Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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