Studie
Fehlgeburten wegen Impfung?

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(dpa/mue) - Etliche Sichtweisen zur Corona-Impfung kursieren im Netz; besonders brisant sind Aussagen rund um Schwangerschaft und Fehlgeburten.

Während der Pandemiezeit haben sich demnach etwa 75 Prozent der deutschen Bevölkerung gegen Sars-CoV-2 impfen lassen. Jetzt, so meldet die Deutsche Presseagentur (dpa), werde «in einem Artikel und in den sozialen Medien» behauptet, dass laut einer Studie «geimpfte Schwangere im Frühstadium 18-mal anfälliger für Fehlgeburten» seien. 18-mal anfälliger als wer? Und: Wie aussagekräftig ist die genannte Studie?

Bewertung

Die genannte Zahl ergebe sich aus einem Vergleich von Krankheitszeitpunkten – nicht aus einem Vergleich zwischen Geimpften und Ungeimpften. Die Autorinnen der Studie sprechen sich in ihrem Fazit dafür aus, dass Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden.

Fakten

Tatsächlich, so heißt es weiter, vergleiche die Studie die Fehlgeburtenrate geimpfter Schwangerer, die im ersten oder zweiten Trimester an Covid-19 erkrankten, mit der Rate jener, die im dritten Trimester infiziert wurden. Dabei zeige sich: Das Risiko für einen Abort sei höher, wenn die Infektion in einem früheren Stadium der Schwangerschaft erfolge – unabhängig vom Impfstatus.

Krankheitszeitpunkte verglichen

Auch bei ungeimpften Schwangeren bestehe ein ähnlicher Zusammenhang. Allgemein sei bekannt, dass das Risiko für einen Abort in den ersten Schwangerschaftswochen grundsätzlich höher sei als in späteren Phasen. Die von Uncut-News genannte «18-fach höhere Wahrscheinlichkeit» beziehe sich also nicht auf einen Vergleich mit Ungeimpften, sondern auf unterschiedliche Zeitpunkte der Infektion.

Die Aussagekraft der Studie sei generell begrenzt; denn die untersuchte Stichprobe umfasse 156 Schwangere – 45 geimpfte und 111 ungeimpfte Frauen. Solche Zahlen würden als zu gering gelten, um belastbare Rückschlüsse für die Allgemeinbevölkerung zu ziehen. Man ziehe dennoch ein klares Fazit: «Strategien der öffentlichen Gesundheit sollten den Zugang zu Impfstoffen während der Schwangerschaft als dringende Priorität fördern, um das Risiko von Komplikationen durch Covid-19 zu minimieren.» Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfehle die Impfung von Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel; zu diesem Zeitpunkt sei die Organbildung weitestgehend abgeschlossen.

Autor:

Uwe Müller aus Nürnberg

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