Dr. Thomas Grethlein
Der 1. FC Nürnberg wird auch die Coronakrise überleben!

Unternehmer und FCN-Aufsichtsratsboss Dr. Thomas Grethlein im Presseclub Nürnberg. Auf die Frage, welche Stellschrauben der 1. FCN in Corona-Zeiten anziehen kann, um zu überleben, sagt er: Die Gehälter der Spieler werden angepasst, man spart, wo man kann, z.B. bei Zeitschriften oder Zeitungen, und vielleicht lässt man auch das eine oder andere Mal weniger putzen als bisher...
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  • Foto: Christian Feuerlein
  • hochgeladen von Victor Schlampp

NÜRNBERG (Julian Hörndlein) - „Ich habe mich erheblich gewehrt.“ Das sagt Dr. Thomas Grethlein, wenn er auf seine Kandidatur zum Aufsichtsratsmitglied des 1. FC Nürnberg zurückblickt. 2014 wurde er erstmals in das Gremium gewählt und ist seit dem gleichen Jahr auch Chef des Aufsichtsrates beim Nürnberger Traditionsverein. Im Presseclub Nürnberg sprach er in einer reinen Online-Veranstaltung über den Verein, Fußball in Corona-Zeiten und über seine persönliche Laufbahn.

Denn Grethleins Vita liest sich nicht wie der Lebenslauf eines typischen Fußballfunktionärs. Geboren wurde er in Nürnberg, spielte selbst Fußball. Erst beim ESV Flügelrad, später auch beim 1. FCN, wo damals noch jeder in den Jugendmannschaften mitspielen konnte. „Für eine Profi-Karriere war ich nicht gut genug“, so Grethlein. Wer heute beim Club spiele, habe sein Talent bereits bewiesen.
Grethlein – Jahrgang 1958 und Sohn eines Bäckers – folgte der väterlichen Bestimmung nicht und studierte Philosophie in Erlangen, Freiburg und Oxford. „Mich haben die Fragen einfach interessiert“, sagt er. Als es mit dem Traum einer akademischen Laufbahn nichts wurde, wechselte Grethlein vom Universitätskosmos in die Wirtschaft, baute mehrere Firmen auf und war Personalchef der Uni-Klinik in Jena mit 5.000 Beschäftigten.

Seit knapp 30 Jahren Mitglied

Seinem Club blieb er unterdessen stets treu. Seit knapp 30 Jahren ist er Mitglied im Verein, verpasste auch schon vor seiner Zeit als Funktionär kein Spiel. Für einen Posten im Aufsichtsrat wollte er sich eigentlich trotzdem nicht bewerben. Freunde legten ihm eine Kandidatur immer wieder ans Herz, sodass er schließlich 2014 seinen Hut in den Ring warf. Mit der neuen Rolle musste sich der Fan erst einmal anfreunden. „Wie diese neue Öffentlichkeit faktisch aussieht, war mir nicht klar“, meint Grethlein.

Leider auch Hetze und Morddrohungen

Als Aufsichtsratsvorsitzender des wichtigsten Fußballvereins der Stadt werde er nun auf der Straße erkannt, häufig gelobt, aber auch beschimpft. Sogar Morddrohungen erhält er. „Da muss man die Hitze aushalten“, so der Funktionär. Grethlein ist es wichtig, die Arbeit des Aufsichtsrates zu erklären: „Unsere Aufgabe ist es nicht, das sportliche Geschehen zu steuern“, erklärt er. In erster Linie gehe es um Kontrolle. Und das Gremium trifft auch die zentralen Personalentscheidungen, was die operative Führung anbelangt.

Zur Person von Olaf Rebbe

Eine Presseclub-Zuschauerin wollte wissen, warum die Wahl für die Stelle des Sportdirektors auf Olaf Rebbe fiel. Rebbe ist ein langjähriger Bekannter von Sportvorstand Dieter Hecking, er hat am 1. April seine Arbeit für den Verein aufgenommen. Für Grethlein ist die Stelle vor allem aus finanzieller Sicht wichtig. „Wir haben das seit eineinhalb Jahren auf der Agenda“, meint er. Denn neben TV-Lizenzgebühren und den Einnahmen durch den Verkauf von Eintrittskarten sei es in den vergangenen Jahren verstärkt wichtig geworden, im Transfermarkt aktiv zu sein. Die Vereine möchten dazu junge Talente entdecken und entwickeln, um sie anschließend durch Vertragsablösesummen an andere Vereine abgeben zu können. Das spült Geld in die Vereinskasse. Die Aufgabe von Olaf Rebbe wird genau diese Arbeit sein, unterstützt wird er dabei vom bereits vorhandenen Scouting-Team.

Hoffen auf baldiges Ende der Corona-Krise

Die Corona-Krise trifft auch den Club. „Das stellt uns vor ein erhebliches wirtschaftliches Problem“, so Grethlein. In Nürnberg gebe es den Spezialfall, dass das Max-Morlock-Stadion für einen Zweitligisten verhältnismäßig groß sei. Außerdem sei der Club ein Verein mit hohen Zuschauerzahlen. Die Einnahmen durch den Ticketverkauf fallen aufgrund der Corona-Beschränkungen weg. Grethlein geht dennoch davon aus, dass der Verein die Krise gut überstehen kann. „Sollten wir allerdings auch nächste Saison keine Zuschauer im Stadion haben, wäre das eine signifikante Herausforderung“, erklärt der Aufsichtsratschef.
Für die aktuelle Saison gibt sich der oberste Clubberer zuversichtlich. Eine Relegation wie im letzten Jahr, als der Club gegen Ingolstadt bis zur 96. Minute zittern musste, möchte er nicht wieder erleben. „Das war eine der schlimmsten Erfahrungen, die ich im Leben gemacht habe.“

Unternehmer und FCN-Aufsichtsratsboss Dr. Thomas Grethlein im Presseclub Nürnberg. Auf die Frage, welche Stellschrauben der 1. FCN in Corona-Zeiten anziehen kann, um zu überleben, sagt er: Die Gehälter der Spieler werden angepasst, man spart, wo man kann, z.B. bei Zeitschriften oder Zeitungen, und vielleicht lässt man auch das eine oder andere Mal weniger putzen als bisher...
Mit Abstand: Thomas Grethlein beim Talk mit Moderator und Presseclub-Vorsitzendem Dr. Siegfried Zelnhefer.
Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

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