Finanzen der Städte und Gemeinden
Nürnbergs Stadtkämmerer Thorsten Brehm mit neuen Aufgaben
- Johann Kronauer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bayerischen Städtetags, Monika Schwind, Oberbürgermeisterin der Stadt Freising und stellvertretende Vorsitzende des Finanzausschusses, Thorsten Brehm, Nürnbergs Stadtkämmerer und Vorsitzender des Finanzausschusses sowie Markus Porombka, Referent für Finanzen und Sport beim Bayerischen Städtetag (v.l.).
- Foto: Bayerischer Städtetag
- hochgeladen von Nicole Fuchsbauer
NÜRNBERG (pm/nf) – Thorsten Brehm ist zum neuen Vorsitzenden des Finanzausschusses des Bayerischen Städtetags gewählt worden. Zu seiner Stellvertreterin wurde die Freisinger Oberbürgermeisterin Monika Schwind gewählt.
„Die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden ist inzwischen außerordentlich angespannt. Umso wichtiger ist ein starker Bayerischer Städtetag, der die Interessen der Städte gegenüber Bund und Freistaat vertritt. Ich freue mich über das Vertrauen und auf die neue Aufgabe“, erklärt Brehm. Die aktuellen Zahlen zeigen die Dimension der kommunalen Finanzkrise: Nach Finanzierungsdefiziten der bayerischen Kommunen von 5,4 Milliarden Euro im Jahr 2024 und 4,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 lag das Defizit allein im ersten Halbjahr 2026 bereits wieder bei mehr als vier Milliarden Euro. Gleichzeitig ist die Verschuldung der kommunalen Kernhaushalte zwischen 2021 und 2025 um rund 75 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro gestiegen.
Der Finanzausschuss des Bayerischen Städtetags befasst sich mit den zentralen finanzpolitischen Fragen der bayerischen Städte. Im Mittelpunkt stehen derzeit insbesondere die angespannte Finanzlage der Kommunen und die Verhandlungen über den kommunalen Finanzausgleich 2027. Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen verweist Kämmerer Brehm auf die gemeinsamen Forderungen der kommunalen Spitzenverbände. Dazu zählen insbesondere eine deutliche Stärkung der Schlüsselzuweisungen und weitere Hilfen für die Bezirke, um den Anstieg der Bezirksumlagen zu begrenzen. Zugleich halten die kommunalen Spitzenverbände an dem Ziel fest, den kommunalen Anteil am allgemeinen Steuerverbund auf 15 Prozent zu erhöhen. Für die kommunalen Kliniken wird zudem ein Nothilfeprogramm des Freistaats gefordert.
Auch bei der Finanzierung des Tourismus brauchen die Städte mehr Spielraum: „Städte mit vielen Gästen investieren erhebliche Mittel in Infrastruktur, Kultur, Sauberkeit und attraktive öffentliche Räume. Sie sollen deshalb künftig selbst entscheiden können, ob sie Übernachtungsgäste über eine Tourismusabgabe an der Finanzierung dieser Angebote beteiligen“, erklärt Brehm.
Thorsten Brehm ist seit Mai 2023 berufsmäßiger Stadtrat der Stadt Nürnberg und als Stadtkämmerer und Referent für Finanzen und IT tätig. Er gehört außerdem dem Finanzausschuss des Deutschen Städtetags an.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.