Streit um Wahlkampfplakat
SPD-Kandidat Nasser Ahmed verteidigt provokanten Slogan
- Nasser Ahmed hat nach eigenen Angaben seit der Bekanntgabe seiner Kandidatur Anfeindungen erlebt. Das Plakat sei eine Reaktion darauf, sagt er.
- Foto: Daniel Karmann/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Nürnberg (dpa/lby/ak) – Mit einem einzigen Satz hat Nasser Ahmed, Oberbürgermeister‑Kandidat der SPD, eine hitzige Debatte ausgelöst. „Mein N‑Wort ist Nürnberg“ steht auf einem großformatigen Plakat, das seit einigen Tagen an der SPD‑Zentrale nahe dem Hauptbahnhof hängt. Daneben sein Porträt, klar und unübersehbar. Der Slogan spielt bewusst auf die gängige Umschreibung einer rassistischen Beleidigung an – und soll genau diese Bedeutung brechen.
Ahmed, dessen Eltern aus Eritrea stammen und der selbst in Nürnberg geboren wurde, erklärt die Aktion als Reaktion auf Anfeindungen, die er als schwarzer Politiker regelmäßig erlebt. Er wolle sich nicht von rechten Gruppen definieren lassen, sagt er, sondern selbst bestimmen, was seine Identität ausmacht. Und die sei untrennbar mit seiner Heimatstadt verbunden.
Während das Plakat in sozialen Medien teils scharf kritisiert wird, fällt die Resonanz vor Ort laut Ahmed deutlich freundlicher aus. Viele der kritischen Stimmen kämen von Menschen, die den lokalen Kontext nicht kennen, meint er. Auf Nürnbergs Straßen und an Wahlkampfständen habe er in den vergangenen Tagen überwiegend Zustimmung erfahren.
Gleichzeitig zeigt sich Ahmed sensibel für die Einwände. Er lese jede kritische Rückmeldung, betont er, und nehme ernst, wenn Menschen von schmerzhaften Erfahrungen berichten. Wer sich verletzt fühle, könne sicher sein, dass er diese Wahrnehmung respektiere.
Für den Fall seiner Wahl kündigt Ahmed an, den Einsatz gegen Diskriminierung und für demokratische Werte zur Chefsache zu machen. Er wolle ein Nürnberg, das für alle bezahlbar bleibt, mit ausreichend Wohnraum und echten Chancen für die Menschen in der Stadt.
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