Sole-Recycling aus Lebensmittelindustrie spart 700 Tonnen Salz im Winterdienst
Das Salzgurken-Projekt im Praxistest!

Sole-Recycling aus Lebensmittelindustrie spart 700 Tonnen Salz im Winterdienst.
  • Sole-Recycling aus Lebensmittelindustrie spart 700 Tonnen Salz im Winterdienst.
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REGION (pm/nf) - Rund 1.300 Großfahrzeuge und etwa 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen bereit: Bayerns Winterdienst ist für den anstehenden Winter gut gerüstet. Dabei will die Bayerische Staatsbauverwaltung mit dem Salz auch heuer wieder ökonomisch und ökologisch umgehen. Neben innovativen Streumethoden mit sparsam aufgetragener Salzsole geht deshalb ein neues Pilotprojekt an den Start, bei dem Salzwasser aus der niederbayerischen Gurkenproduktion zum Einsatz kommt. Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart freut sich, dass die Firma Develey als Projektpartner gewonnen werden konnte: „Wir recyceln das übrig gebliebene Salzwasser der Firma Develey und verringern so die Menge an Salz, das in die Umwelt gelangt – eine Win-Win-Situation!“

Die Autobahn- und Straßenmeistereien in Bayern stellen die Sole, die sie in flüssiger Form auf die Straßen aufbringen, im Regelfall selbst her, indem sie Tausalz in Soleanlagen mit Wasser mischen. Das Pilotprojekt ermöglicht es nun, den Salzverbrauch um rund 700 Tonnen zu reduzieren. Die Straßenmeistereien rund um das Develey-Werk in Dingolfing werden in diesem Winter erstmals mit Salzwasser der Firma beliefert, das bei der Produktion von Salzgurken entsteht und normalerweise über eine Kläranlage entsorgt wird. Werkleiter Thomas Huber erklärt: „Auch im Klärprozess kann das im Wasser enthaltene Salz nicht vollständig zurückgehalten werden. Deshalb bereiten wir das Salzwasser nun auf, reinigen es und stellen es dem Winterdienst als Sole zur Verfügung.“ Zahlreiche Tests und Analysen hatten ergeben, dass die Sole ohne Bedenken auf die Straßen aufgebracht werden kann.

Verkehrsminister Reichhart und Develey-Werkleiter Huber stellten das Pilotprojekt heute auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vor. Dabei betonte Reichhart, dass Sicherheit und Umweltschutz beim Winterdienst Hand in Hand gehen: „Unser oberstes Ziel ist es, dass alle Autofahrerinnen und Autofahrer in Bayern auch im Winter sicher an ihr Ziel kommen. Unsere Leute stehen bereit, um die Straßen auf möglichst effiziente Art und Weise von Schnee und Eis zu befreien.“ Gleichzeitig erinnerte Reichhart an die Verantwortung aller: „Jeder kann seinen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr leisten: Fahren Sie angepasst und mit Winterreifen und nehmen Sie Rücksicht auf unsere Männer und Frauen in Orange!“

In 29 Autobahn- und 64 Straßenmeistereien in Bayern kümmern sich fast 3.000 Frauen und Männer um den Winterdienst. Sie betreuen ein Netz von 23.000 Kilometern an Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen. Hierfür stehen gut 600 staatseigene Winterdienstfahrzeuge und 700 Lkws, die von privaten Unternehmern gefahren werden, zur Verfügung – insgesamt also rund 1.300 Fahrzeuge. Im vergangenen Winter hat der Freistaat fast 90 Millionen Euro in die Sicherheit im winterlichen Straßenverkehr investiert – 27 Millionen Euro allein für das Streusalz.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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