Herdenimmunität ++ Freedom Day
Spahn erwartet Ende der Pandemie im Frühjahr

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister.
  • Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister.
  • Foto: Federico Gambarini/dpa
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BERLIN (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet im kommenden Frühjahr mit einer Herdenimmunität gegen das Coronavirus und damit mit einem Ende der Pandemie.

«Wenn keine neue Virusvariante auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr überwunden und können zur Normalität zurückkehren», sagte der CDU-Politiker der «Augsburger Allgemeinen» (Mittwoch). «Herdenimmunität wird immer erreicht. Die Frage ist ja nur wie: ob durch Impfung oder Ansteckung. Die Impfung ist definitiv der sicherere Weg dorthin», sagte Spahn.

Spahn warnt vor Ansteckungsgefahr

«Wer sich nicht impfen lässt, der wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erkranken», sagte der Minister und warnte davor, die Ansteckungsgefahren angesichts der aktuell sinkenden Infektionszahlen zu unterschätzen. «Auch letztes Jahr hatten wir um diese Jahreszeit eine solche Verschnaufpause. Wir sind also noch nicht durch. Im Herbst und Winter, wenn wir alle wieder viel mehr in Innenräumen sind und das Immunsystem weniger stark ist, steigt auch das Risiko, sich anzustecken.»

Den gegenwärtigen Rückgang der Infektionszahlen führte Spahn vor allem auf das Ende der Urlaubssaison und die verschärften Testregeln zurück.

Impfquote für «Freedom Day» nicht hoch genug

Es sei noch zu früh, die Corona-Maßnahmen aufzuheben, betonte der Gesundheitsminister. «Wenn wir gar keine Schutzmaßnahmen mehr hätten, würden unsere Intensivstationen durch die noch zu große Zahl Ungeimpfter überlastet», sagte Spahn. Für einen «Freedom Day» wie in anderen Ländern sei in Deutschland die Impfquote noch nicht hoch genug.

Gut 67 Prozent aller Einwohner in Deutschland haben bisher mindestens eine Impfung erhalten, über 63 Prozent sind vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft.

Spahn kündigte ferner mehr Anstrengungen zur Forschung und Behandlung von Long Covid, dem Anhalten von Corona-Symptomen über viele Wochen, an. Darüber wisse man noch nicht viel. Es gebe kein einheitliches Krankheitsbild und keine eindeutige Diagnose.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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