Erstes Anzeichen sind häufig Missempfindungen in den Füßen
So kann man Nervenschäden bei Diabetes vermeiden

Experten raten Diabetikern, Signale wie kribbelnde oder sich taub anfühlende Füße ernst zu nehmen: Diese können Anzeichen für Nervenschäden sein, die behandelt werden müssen.
  • Experten raten Diabetikern, Signale wie kribbelnde oder sich taub anfühlende Füße ernst zu nehmen: Diese können Anzeichen für Nervenschäden sein, die behandelt werden müssen.
  • Foto: djd/Wörwag Pharma/colourbox.de
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REGION (djd/vs) - Die schlechte Nachricht: Schon im Vorstadium eines Diabetes mellitus entstehen vielfach Nervenschäden, die früher noch als späte Komplikation der Erkrankung galten. Doch es gibt zahlreiche Warnsignale, die eine erfolgreiche Therapien möglich machen können.

Diese Erkenntnisse hat Professor Dr. Dan Ziegler, stellvertretender Direktor am Institut für Klinische Diabetologie des Deutschen Diabetes Zentrums (DDZ) in Düsseldorf, beim Deutschen Diabetes-Kongress 2019 vorgestellt. Er gehört zu den Experten, die im Rahmen der Nationalen Aufklärungsinitiative „Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?“ darüber informieren, wie sich Diabetiker vor gravierenden Folgen ihrer Erkrankung, wie etwa Nervenschäden, schützen können.

Warnsignale wahrnehmen

Obwohl diese sogenannte Neuropathie etwa jeden dritten Diabetiker betrifft, wissen viele laut Professor Ziegler nichts davon und nehmen die unterschiedlichen Signale der angegriffenen Nerven nicht richtig wahr. Dazu gehört ein schleichend abnehmendes Gespür der Füße für Berührungen, Temperaturen oder Schmerzen. Bei vielen Betroffenen äußert sich die Nervenschädigung auch durch Missempfindungen in den Füßen: die Zehen kribbeln, die Sohlen brennen, einige empfinden ein Taubheitsgefühl. Um gegenzusteuern und Nervenschäden auszubremsen, reicht eine gute Einstellung des Blutzuckerspiegels häufig nicht aus. Darauf wies Privat-Dozent Dr. med. Ovidiu Alin Stirban, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin - Endokrinologie & Diabetologie an der Schön Klinik Nürnberg Fürth hin. Nach seinen Worten sind meist weitere Maßnahmen notwendig, zu denen auch der Ausgleich eines Vitamin-B1-Mangels zählt. Viele Diabetiker scheiden das wichtige Nervenvitamin vermehrt über die Nieren aus - so entsteht häufig ein Mangel, der Neuropathien verursachen oder verschlimmern kann. Das Defizit und dadurch bedingte Neuropathien mit Symptomen wie Kribbeln, Brennen und Taubheit in den Füßen können behandelt werden, indem man das Vitamin in Form seiner Vorstufe Benfotiamin einnimmt, das der Körper fünfmal besser aufnehmen kann als das einfache Vitamin B1. Benfotiamin ist etwa in „milgamma protekt“ enthalten, das es rezeptfrei in der Apotheke gibt.

Lebensstil ist wichtig

Die Diabetologen wiesen beim Kongress zudem darauf hin, wie wichtig Veränderungen des Lebensstils sind. Studiendaten zeigen: Wer die ärztlichen Therapien befolgt und sich darüber hinaus bewusst ernährt, regelmäßig Bewegung in den Alltag einplant, überflüssige Pfunde purzeln lässt sowie kaum Alkohol trinkt und keine Zigaretten raucht, schafft die besten Voraussetzungen, um weitere Nervenschäden zu verhindern und bestehende wenigstens zum Teil rückgängig zu machen - so lautet die gute Nachricht der Experten.
Die wichtigsten Warnsignale für Nervenschäden kommen von den Füßen. Daher appelliert Professor Dr. Dan Ziegler, Düsseldorf, an Menschen mit Diabetes oder erhöhtem Diabetesrisiko, dass sie ihre Füße regelmäßig beim Arzt untersuchen lassen sollten. So kann eine Neuropathie schon in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden.
Auffälligkeiten an den Füßen, wie Empfindungsstörungen und eine trockene, schuppige Haut oder Wunden, die sich über längere Zeit nicht schließen, sollte man immer ernst nehmen. Werden Nervenschäden nicht therapiert, können Schmerzen zunehmen oder eine weiter nachlassende Sensibilität das Risiko für ein diabetisches Fußsyndrom erhöhen.

Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

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