3. Impfdosis ab September ++ Milliardengeschäft Impfstoff
Wer braucht die Corona-Auffrischungsimpfung?

MAINZ (dpa/nf) - Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hat am 2. August den Beschluss gefasst, denjenigen Personengruppen, bei denen es vermehrt zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach einer vollständigen COVID-19-Impfung kommen kann, die Möglichkeit einer Auffrischungsimpfung anzubieten. Die Impfangebote, die alle im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge erfolgen, werden die Länder ab September 2021 einführen.

Das deutsche Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben erste Daten für die Zulassung einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht. In den kommenden Wochen sollten diese Daten einer Phase-1-Studie auch bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA und weiteren Behörden eingereicht werden, teilen die Unternehmen mit.

Die Teilnehmer der Phase-1-Studie hätten acht bis neun Monate nach der zweiten Dosis eine Auffrischungsimpfung erhalten. Im Vergleich zu einer zweifachen Impfung hätten bei den Menschen mit Auffrischungsimpfung "signifikant höhere neutralisierende Antikörpertiter" nachgewiesen werden können - sowohl gegen das ursprüngliche Virus als unter anderem auch gegen die Delta-Variante.

Alte, Pflegebedürftige und vorerkrankte Menschen

- Ältere Personen und Menschen mit Vorerkrankungen sollen ab September eine dritte Impfung gegen das Coronavirus bekommen, um den Schutz zu verstärken. Das hat am Montag (02.08.2021) die Gesundheitsministerkonferenz beschlossen. Die Auffrischungsimpfung erfolge nur mit den Impfstoffen von Biontech oder Moderna.

- Auch die Auffrischungsimpfungen werden dazu beitragen, die Pandemie einzudämmen und die Menschen vor dem Coronavirus zu schützen, so die Gesundheitsminister der Länder.  Vor diesem Hintergrund wird mit den Auffrischungsimpfungen in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen sowie für Personen mit Immunschwäche oder Immunsuppression sowie Pflegebedürftige in ihrer eigenen Häuslichkeit und Höchstbetagte (ab 80 Jahren) gestartet, sofern der Abschluss der ersten Impfserie mindestens sechs Monate zurückliegt.

- Ebenfalls können Personen, die eine vollständige Impfserie mit Vektor-Impfstoffen von AstraZeneca oder Johnson&Johnson bzw. nach einer Genesung von COVID-19 einen dieser Vektor-Impfstoffe erhalten haben, eine Auffrischungsimpfung mindestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie mit einem mRNA-Impfstoff angeboten werden.

Die wirtschaftliche Komponente

Für Pfizer und Biontech ist ihr Corona-Impfstoff ein Milliardengeschäft. Im ersten Quartal 2021 erreichten die Umsätze von Biontech rund 2,05 Milliarden Euro - mehr als 70 Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum (27,7 Mio). Der Anstieg sei vor allem auf die rasche Steigerung der weltweiten Versorgung mit dem Corona-Impfstoff zurückzuführen, hatte das Mainzer Unternehmen im Mai erklärt.

Nun aber einfach zu sagen, der Vorstoß von Biontech und Pfizer sei Humbug und die Pharmabranche wolle nur Geld drucken, das greife zu kurz, sagte Charité-Forscher Sander. Für Wissenschaftler sind alle Erfahrungswerte mit den unterschiedlichen Corona-Impfstoffen erst einmal wertvoll.

Zulassung notwendig?

Der Einsatz von Boostern in der Praxis wäre wohl kein großes Problem. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts kann die Ständige Impfkommission eine Drittimpfung mit einem zugelassenen Impfstoff ohne explizite Änderung anregen. Voraussetzung seien entsprechende Daten zum Nachlassen der Impfwirksamkeit oder einer generell schlechteren Wirksamkeit bei bestimmten Gruppen. Impfstoffe, die jenseits der bisherigen Zulassungen auf neue Varianten zugeschnitten würden, müssten aber weiterhin von der Ema grünes Licht bekommen. Nach Einschätzung von Immunologe Christian Bogdan wirkt auch das Vakzin von Biontech und Pfizer bisher aber gut gegen die Delta-Virusvariante.

Auffrischungsimpfungen: Platzverweis für 84-Jährigen
Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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