Schnelle Umsetzung versprochener Hilfen
Es zählt jede Woche: Offener Brief an Söder und Aiwanger!

Geschlossene Geschäfte, verödete Fußgängerzonen und Leerstände: der Handel im Lockdown.
  • Geschlossene Geschäfte, verödete Fußgängerzonen und Leerstände: der Handel im Lockdown.
  • Foto: Victor Schlampp
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

REGION (pm/nf) - In einem offenen Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger machen 22 bayerische Stadtmarketing- & Gewerbevereine und Gemeinschaften auf dringend und schnell benötigte Unterstützungshilfen sowie die desaströsen Folgen langsamer Auszahlungen aufmerksam.

Normalerweise versuchen Stadtmarketingverantwortliche möglichst viele Menschen in die Innenstädte zu locken, Großveranstaltungen als Highlights des Jahres zu organisieren und ihre Städte so lebenswert wie möglich zu gestalten. Solche Bemühungen stehen in großem Gegensatz zu den ergriffenen Maßnahmen zum Schutz der bayerischen Bevölkerung vor einer Covid19-Ansteckung.

Trotzdem ist der offene Brief ausdrücklich keine Kritik an diesen, denn allen ist klar, dass erst mit niedrigen Infektionszahlen eine graduelle Öffnung des Einzelhandels und der Gastronomie möglich ist, ein Normalbetrieb noch später.Deshalb werden die Ankündigungen zu Überbrückungshilfen sowie die Nachbesserung und Aufstockung bei deren Verteilung aus Stadtmarketingsicht begrüßt.

Alle Stadtmarketingstellen, Werbegemeinschaften und Interessensgruppen für Innenstädte können nur mit einer starken lokalen Wirtschaft, einer lebendigen Innenstadt und motivierten Partnern arbeiten.„Derzeit stellen wir jedoch fest, dass gut gemeint und gut beschlossen leider noch lange nicht auch gut gelungen bedeutet“ heißt es im offenen Brief. Die Zeit bis zur Ausreichung der Hilfen können viele Unternehmen nicht mehr überbrücken. Vor allem für kleinere Betriebe, die in so vielen Städten das Stadtbild prägen und den Charme bayerischer Innenstädte ausmachen, drängt die Zeit immer mehr. Die Überbrückungshilfen müssen noch rechtzeitig ausgezahlt werden. Die Lage, die den Innerstädten ansonsten blüht, ist kritisch.
Daher war die Bereitschaft, gemeinsam in einem Brief auf die Dringlichkeit der Hilfe hinzuweisen, bei vielen bayerischen Stadtmarketing-Verantwortlichen groß, als der Amberger Stadtmarketingverein mit einem solchen Vorschlag und Schreiben an sie herangetreten ist.

Neben persönlichen Schicksalen von Einzelhändlern oder Gastronomen verursacht jede Geschäftsschließung „einen irreparablen Schaden am Stadtbild und an der Identität unserer Stadt“, so die Unterzeichnenden. Alle Anstrengungen der letzten Jahre, Leerstände neu zu belegen und sie am besten gar nicht aufkommen zu lassen, wären hinfällig. Ein so oft prophezeites Aussterben von Innenstädten kann nur durch schnelle Ausgabe von Hilfen aufgehalten werden. Um die nie dagewesenen Hürden dieser Pandemie zu bewältigen, wünschen sich die Unterzeichnenden auch in der Praxis besonderen Einsatz zur schnellen Auszahlung der beschlossenen Hilfen.„Wenn Bayern seine Prägung, seine Tradition und seinen Charakter auch in Zukunft erhalten will, ist jede Innenstadt wichtiger Baustein. Um eine Verödung zu verhindern, ist nun rasches Handeln gefragt. Es zählt jede Woche!“, schließen die Stadtmarketing- und Gewerbevereine ihr Statement ab.

Offener Brief im Wortlaut

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Söder,
sehr geehrter Herr Staatsminister Aiwanger,

vorab soll darauf hingewiesen werden, dass wir die ergriffenen Maßnahmen zum Schutz der bayerischen Bevölkerung vor einer Covid19-Ansteckung in vollem Umfang unterstützen und gutheißen. Das Bestreben eines Stadtmarketingvereins ist es, in erster Linie die Städte zu beleben und Besucher in die Innenstädte zu holen. Derzeit heißt es jedoch: Langfristig denken und wenige Menschen mobilisieren, um möglichst bald wieder zur Normalität zurückkehren zu können.

In diesem Zusammenhang freuen wir uns darüber, dass für die Wirtschaftsunternehmen Überbrückungshilfen bereitgestellt worden sind. Damit wurde aus unserer Sicht die Grundlage für eine Revitalisierung der Innenstädte nach der Pandemie geschaffen.

Derzeit stellen wir jedoch fest, dass gut gemeint und gut beschlossen leider noch lange nicht auch gut gelungen bedeutet. Teilweise sind die bürokratischen Hürden zu hoch, teilweise kann die Unterstützung erst zu spät beantragt werden und teilweise dauert die Bearbeitung zu lange. Nach unserem Kenntnisstand ist die Beantragung der Überbrückungshilfe III erst ab Mitte Februar möglich. Abgesehen davon, dass dieser Termin bereits spät gesetzt erscheint, wird für viele kleine Unternehmen, die gerade den Charakter unserer Altstädte ausmachen, die Zeit bis zur Ausreichung bei den jetzigen Bearbeitungszeiten viel zu lange dauern.

Gerade diese stadtprägenden kleinen Unternehmen haben nicht genügend Liquiditätsreser- ven, um noch mehrere Wochen ohne tatsächlichen Eingang der Überbrückungshilfen überstehen zu können. Die Zeit drängt, es ist wichtig, die Überbrückungshilfen noch rechtzeitig auszuzahlen. 

Andernfalls sind die Folgen aus Sicht des Stadtmarketings als dramatisch zu bezeichnen. Jahrelange Bemühungen, Leerstände zu vermeiden und neu zu belegen, können jetzt sehr schnell umsonst gewesen sein. Gerade aus diesen Bemühungen heraus lässt sich feststellen: Wenn sich nach realistischer Schätzung auch nur knapp die Hälfte der Geschäfte aus dem Stadtbild verabschiedet, verursacht das einen irreparablen Schaden am Stadtbild und an der Identität jeder einzelner unserer Städte.

Deswegen richten wir die dringende Bitte an Sie, für einen raschen Vollzug der beschlossenen Hilfen zu sorgen. Es wäre wünschenswert, wenn man auch im Vollzug der Maßnahmen außergewöhnliche Anstrengungen zur Bewältigung der Herausforderungen in der Pandemie erfahren könnte.

Wir hoffen, Sie bei all den wichtigen Themen, mit denen Sie sich täglich auseinandersetzen müssen, für unsere Problematik sensibilisieren zu können. Wenn Bayern seine Prägung, seine Tradition und seinen Charakter auch in Zukunft erhalten will, ist jede Innenstadt ein wichtiger Baustein. Um eine Verödung zu verhindern, ist nun rasches Handeln gefragt. Es zählt jede Woche!

Wir bedanken uns bereits jetzt für Ihr offenes Ohr gegenüber unserem Anliegen und bitten Sie nochmals mitzuhelfen, dass die Hilfen auch zeitnah bei den Unternehmen ankommen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Eichenseher1. Vorsitzender Stadtmarketing Amberg e.V. Marktplatz 11, 92224 Amberg

Karlheinz BrandelikGeschäftsführer Gewerbebau Amberg GmbH Emailfabrikstr. 15, 92224 Amberg

Heinz StinglwagnerGeschäftsführer City Initiative Augsburg e.V. Karlstraße 2, 86150 Augsburg

Benedikt Göhr1. Vorsitzender Wirtschaftsforum Burglengenfeld e.V. C.-W.-Gluck-Str. 8, 93133 Burglengenfeld

Martin Widbiller1. Vorstand Werbegemeinschaft-Dingolfing e.V. Bayernwerkstraße 11, 84130 Dingolfing

Renate MayerGeschäftsführerin Aktiv-Ring Friedberg GmbH Afrastraße 61 a, 86316 Friedberg

Christian Boniberger1. Vorstand Interessengemeinschaft Landshut Innenstadt e.V.
Altstadt 52-54, 84028 Landshut

Alexander PutzOberbürgermeister Stadt Landshut

Michael BragullaLeiter Sachgebiet Marketing und Tourismus Altstadt 315, 84028 Landshut

Gisela Westiner1. Vorstand Netzwerk NABburg e.V.
Pfandelstraße 35, 92507 Nabburg

Dr. Bernhard Gmehling1. Vorsitzender Stadtmarketing Neuburg an der Donau e. V. Oberbürgermeister Stadt Neuburg an der Donau Münchener Straße 15, 86633 Neuburg an der Donau

Hans Schmidt1. Vorstand Erlebnis Nürnberg e.V.
Hans-Sachs-Gasse 1, 90403 Nürnberg

Olaf Pytlik2. Vorstand Gewerbeverein 9045X Nürnberg e.V. Barlachstr. 9, 90455 Nürnberg

Doris DickGeschäftsführerin OHO-Stadtmarketing Osterhofen e.V. Stadtplatz 13, 94486 Osterhofen

Wolfgang Stoiber1. Vorsitzender WirtschaftsImpuls Regen e.V. Jahnstraße 14, 94209 Regen

Barbara Rührmair und Franziska SeitzSTADTMARKETING SCHROBENHAUSEN eG Lenbachplatz 5, 86529 Schrobenhausen

Alexander Heinz1. Vorsitzender Stadtmarketing Schwandorf e.V. Spitalgarten 1, 92421 Schwandorf

Dr. Maximilian Schön1. Vorsitzender Stadtmarketing Tirschenreuth e.V. Regensburger Straße 6, 95643 Tirschenreuth

Marcus Fürst1. Vorsitzender Tirschenreuther Werbegemeinschaft TIR-Inforunde e.V.
Doris Rösch
2. Vorsitzende Tirschenreuther Werbegemeinschaft TIR-Inforunde e.V.,
Postfach 1326, 95635 Tirschenreuth

Jürgen PieperhoffGeschäftsführer Stadtmarketing Traunstein GmbH Hochstraße 32, 83278 Traunstein

Thomas Miller1. Vorsitzender Traunstein erleben e.V. Hochstraße 32, 83278 Traunstein

Simon SulkGeschäftsführer Stadtmarketing Weißenburg i. Bay. e.V. Pfarrgasse 2, 91781 Weißenburg i. Bay.

Wolfgang WeierGeschäftsführer Stadtmarketing Würzburg macht Spaß e.V. Kaiserstraße 4, 97070 Würzburg

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

Webseite von Nicole Fuchsbauer
Nicole Fuchsbauer auf Facebook
Nicole Fuchsbauer auf Instagram
Nicole Fuchsbauer auf Twitter
following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

15 folgen diesem Profil

1 Kommentar

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen